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Eine Idee wird Wirklichkeit

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Die Gründung

Godric Gryffindor's Tagebuch

Winter 988 n. Chr Heute wurden Salazar und ich wieder Zeugen eines Mordes an einer Frau. Wir ritten durch ein kleines Dorf, als wir ihre entsetzlichen Schreie hörten. Die Ärmste wurde an einen Pfeil gebunden und unten am Fluß ins eiskalte Wasser getaucht. Man hielt ihren Kopf unter dem Wasser und holte sie zwei Minuten heraus, damit sie Luft holen konnte. Ihre Qualen wurden dadurch nur noch verlängert. Ein Mann im schwarzen Gewand stand nebenan und betete. Als Salazar und ich an diesem Schauplatz, wo alle Dorfbewohner sich versammelten, ankamen, war es bereits zu spät. Die Frau starb an Unterkühlung. Sogar nach ihrem Tod erbarmten sich die Menschen nicht. Sie begruben sie nicht, sondern ließen sie einfach mit dem Fluß davontreiben. Man rief ihr "Hexe! Hexe!" nach. Als wir uns nach dieser Frau erkundigten, erklärte man uns sehr wortkarg, dass sie eine Hexe gewesen sei und mit dem Teufel im Bunde gestanden habe. Ihre Folterung diente lediglich dazu, den Teufel aus ihrem Körper zu vertreiben. Doch sie sei offensichtlich so stark besessen gewesen, dass der Teufel sie mit in den Tod gerissen habe.
Die Kirche gewinnt immer mehr an Macht. Ihr fallen unschuldige Menschen zum Opfer, wie diese Frau, die des Bösen beschuldigt werden. Das Schlimmste daran ist, dass man die Zauberei immer weniger toleriert und sie nur noch als Teufels Werk betrachtet. Es muss dringend etwas unternommen werden, bevor alle Zauberer ausgerottet sind.

Salazar Slytherin's Tagebuch

Winter 988 n. Chr Diese verdammten Muggel schrecken vor nichts mehr zurück. Nicht einmal vor Kindern machen sie Halt. Sie führen sich auf, als ob sie allmächtig wären. Dabei könnten viele von diesen Kindern, die getötet werden, mehrere Muggel mit nur einem einzigen Wort vernichten, wenn sie nur den Umgang mit ihren magischen Kräften erlernt hätten. Manchmal träume ich nachts davon, alle diese Kinder an einem Ort zu versammeln und sie die Zauberei zu lehren, damit sie sich an diesen Bauerntölpeln rächen könnten.

Godric Gryffindor's Tagebuch

Sommer 988 n. Chr Heute Morgen sprach Salazar von den Träumen, die ihn immer öfter heimsuchen. Er träumt von einem Ort, an dem alle Zauberer ungehindert ihre magischen Kräfte nutzen können. Eine sehr interessante, aber leider fast unmöglich zu verwirklichende Idee. Auf jeden Fall, sollte ich über sie etwas mehr nachdenken. Vielleicht ist sie die Lösung all unserer Probleme.

Salazar Slytherin's Tagebuch

Herbst 988 n. Chr Heute ist ein sehr bedeutender Tag. Meine Hand zittert vor Aufregung, als ich dies hier niederschreibe.
Es war eigentlich ein ganz normaler Abend. Godric las ein Buch und ich starrte in das Kaminfeuer ohne über etwas nachzudenken. Plötzlich legte Godric das Buch hin und sagte:
"Ich habe über deine Träume nachgedacht, Salazar. Ich glaube, ich habe einen Weg gefunden, wie wir ihn wahr werden lassen könnten."
Ich verstand zuerst nicht, was Godric meinte, denn ich hatte völlig vergessen, dass ich ihm jemals von meinem Traum erzählt hatte. Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, worauf er anspielte.
"Nun, lass hören, was du dir überlegt hast!", sagte ich, als mir die Sache klar wurde.
Godric zögerte einen Augenblick.
"Ich weiss, das ist immer noch eine verrückte Idee, Salazar, aber wir könnten eine Schule für Zauberei gründen. Wenn wir es schaffen sollten, dann wären dort alle Kinder mit Zauberkräften sicher aufgehoben."
Nun, Godric's Vorschlag erschien mir gar nicht so verrückt. Vor allem sprach er das aus, wonach ich bereits seit einigen Jahren gesucht hatte: eine Zaubererschule. Bloß ergab sich dabei ein weiteres Problem, worauf ich Godric auch hinwies.
"Wie lange, meinst du, wird es dauern, bis sich die Macht der Kirche so weit ausdehnt, dass man uns sogar in dieser Zaubererschule findet? Dann werden die Muggels mit brennenden Fackeln kommen und alles zerstören. Natürlich werden wir sie einige Zeit aufhalten können, aber du weißt ja, dass die Wahnsinnigen sich vor nichts fürchten. Es werden immer mehr kommen, bis sie ihr Ziel endlich erreicht haben werden." Godric seufzte.
"Ich weiss. Ich habe mir auch darüber Gedanken gemacht. Leider enden sie immer wieder in einer Sackgasse. Ich weiß wirklich nicht, wie wir damit fertig werden könnten."
Ich stand auf und ging zum Fenster. Wahrscheinlich sollten wir alle einfach von der Erdoberfläche verschwinden, dachte ich. Es wäre die einfachste Lösung. In dieser Welt gibt es keinen Platz mehr für die Zauberei. Wenn es uns nicht gäbe... Plötzlich blieb mir die Luft weg. Das war es! Die Lösung unseres Problems!
Ich wandte mich um.
"Godric, ich glaube, wir könnten wirklich eine Schule gründen, ohne dass die Muggel jemals etwas davon erfahren! Wir müssen verschwinden!"
Godric starrte mich an, als ob ich gerade verrückt würde. Ich versuchte, mich etwas klarer auszudrücken.
"Hör zu, Godric! Ich habe irgendwann einmal von einer Zauberin gehört, die ganze Gebäude unsichtbar machen konnte. Helga Hufflepuff ist ihr Name, soweit ich mich erinnern kann. Verstehst du Godric? Was wäre wenn..."
"...die Muggel uns einfach nicht sehen könnten?!", sprach Godric meinen Gedanken mit glänzenden Augen aus.
Den Rest des Abends verbrachten wir damit, über diese Schule zu diskutieren. Wir einigten uns darüber, dass ich diese Helga Hufflepuff aufsuchen und ihr vorschlagen sollte, uns zu helfen. Godric seinerseits sprach von einer anderen Zauberin, Rowena Ravenclaw, die uns ebenfalls bei unserem Vorhaben sehr von Nutzen sein könnte.
Ich kann nicht erwarten, dass es endlich hell wird. Dann können wir damit beginnen, unsere Idee zu verwirklichen.

Helga Hufflepuff's Tagebuch

Winter 899 n. Chr Heute stattete mir Salazar Slytherin einen Besuch ab. Bereits vor drei Monaten schrieb er mir, dass sein Freund, Godric Gryffindor, und er eine Idee hatten, wie man die Zaubererkinder vor den Muggeln schützen könnte. Er ersuchte mich in diesem Brief um die Erlaubnis, mir die Idee persönlich erläutern zu können. Da ich mir seit langem Gedanken über die Lage der Zauberer in der Muggelwelt machte, sagte ich sofort zu.
Heute erfuhr ich Näheres darüber. Godric Gryffindor und Salazar Slytherin spielen mit dem Gedanken, eine Schule für junge Zauberer zu gründen. Allerdings haben sie ein großes Problem: diese Schule darf von keinem Muggel gesehen werden. Dies sei eigentlich auch der Hauptgrund für sein Kommen, erklärte mir Salazar Slytherin. Sie bitten mich um Hilfe bei ihrem Vorhaben, weil ich fast alle Gebäude unsichtbar machen kann.
Ich muss ehrlich zugeben, dass mir diese Idee viel zu gewagt erscheint. Wenn ich mir aber die gegenwärtige Lage in der Muggelwelt vor die Augen führe, finde ich, dass eine Zaubererschule sich als sehr nützlich erweisen könnte. Ich werde mir noch etwas Zeit lassen um darüber nachzudenken, aber es ist ziemlich sicher, dass ich Salazar Slytherin und Godric Gryffindor meine Hilfe zusage.

Rowena Ravenclaw's Tagebuch

Frühling 899 n. Chr Phiona und ich, wir verstecken uns weiterhin in einem Wald. Zu unserem Glück ist dieser Wald sehr düster und groß, so dass wir hier von jedem Auge sicher sind.

Godric Gryffindor's Tagebuch

Frühling-Sommer 899 n. Chr Die Suche nach Rowena Ravenclaw erweist sich viel schwieriger, als ich mir das vorstellte. Sie scheint sich in Luft aufgelöst zu haben. Hier, in dieser Gegend kennt man ihren Namen nicht. Das lässt mich vermuten, dass sie unter einem anderen Namen reist, was für mich die Sache nicht leichter macht. Sommer 899 n. Chr Ich glaube, ich fand heute einen Hinweis darauf, wo sich Rowena Ravenclaw aufhalten könnte. Als ich am letzte Morgen durch ein Dorf ritt, hörte ich, wie die Menschen dort über ein Mädchen redeten, die angeblich eine Hexe sein sollte. Man nannte sie Phiona. Eines Tages kam eine Frau ins Dorf und trotz der Tatsache, dass das Kind vom Teufel besssen war, nahm sie sich seiner an. Wie es dazu kam, dass in dem Haus, das sie bewohnten, das Feuer ausbrach, erklärte man mir nicht. Auf jeden Fall entkamen diese zwei Frauen den Flammen und lösten sich dann buchstäblich in Luft auf. Ein Mann erinnerte sich noch, wie Phiona diese Frau Rowena nannte.
Dies alles hilft mir bei meiner Suche. Offensichtlich disapparierte Rowena mit diesem Mädchen irgendwohin, wo sie sich für eine Weile verstecken könnten. Es bleibt mir nur noch herauszufinden, ob es in der Nähe ein sicheres Versteck gibt.

Rowena Ravenclaw's Tagebuch

Sommer-Herbst 899 n.Chr Heute Morgen traf ich eine Person, die ich nicht erwartet habe. Ich war gerade dabei, mich zum ersten Mal nach so vielen Monaten aus dem Wald zu begeben, als ich einen Menschen direkt auf mich zukommen sah. Natürlich war ich zuerst ziemlich erschrocken und zog sofort meinen Zauberstab. Doch der Mann hob seine Hand und lächelte mich an:
"Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich Ihnen, Rowena! Wie ich sehe, habe ich mich nicht getäuscht, als ich vermutete, dass Sie sich hier aufhalten!"
Die Tatsache, dass er meinen Namen kannte, verwirrte mich. Ich murmelte ein "Guten Morgen!" senkte aber nicht meinen Zauberstab.
"Erlauben Sie mir, mich vorzustellen. Ich heiße Godric Gryffindor."
Dieser Name ist mir sehr gut bekannt. Ich nahm seine entgegengestreckte Hand und schüttelte sie.
"Es ist mir eine Ehre, Sie kennezulernen!", sagte ich dabei.
Godric Gryffindor beteuerte seinerseits, dass er mich bereits seit langem suche und dass es ihm eine Freude sei, mich endlich gefunden zu haben. Diese Tatsache schmeichelte mir zwar unheimlich, ich konnte mir aber keinen Reim daraus machen, wieso ein so bedeutender Zauberer wie Godric Gryffindor mich aufsuchte und, wie es schien, mich in einer dringenden Angelegenheit sprechen wollte. Der Grund dafür war bald aufgeklärt: Godric Gryffindor und sein Freund, Salazar Slytherin, wollten eine richtige Schule für Kinder mit Zauberkräften gründen. Dieses Vorhaben begeisterte mich sofort. Die Schule würde auch Kindern wie Phiona eine Möglichkeit bieten, sich nicht mehr als sonderbar oder verrückt anzusehen. Dort könnten sie unter ihresgleichen sein und lernen, ihre magischen Kräfte zu kontrollieren.

Helga Hufflepuff's Tagebuch

Herbst 899 n. Chr Es ist mittlerweile beschlossene Sache, dass unsere Schule Hogwarts heißen soll. Es blieb uns nur noch, einen passenden Platz für diese Schule zu finden. Doch da wusste Rowena die Lösung. Sie erzählte uns von einem verlassenen Schloß in der Nähe des Waldes, wo sie und Phiona sich versteckt hatten. Das Schloß sei ziemlich alt und heruntergekommen, erklärte sie. Wir beschlossen, es trotzdem anzuschauen.

Salazar Slytherin's Tagebuch

Winter 990 n. Chr Rowena hat keinesfalls übertrieben. Das Schloß ist wirklich halb verfallen und es wimmelt nur so von Fledermäusen. Allerdings entdeckten wir einen Teil des Schloßes, der mehr oder weniger bewohnbar zu sein scheint. Mit der Zeit könnten wir den Rest dieser Burg etwas aufräumen und ausbessern.
Heute feierten wir den ersten Tag von Hogwarts. Unsere erste Schülerin wurde Phiona - der Schützling von Rowena. Ich kann nicht behaupten, dass diese Tatsache mich all zu sehr begeistert. Immerhin ist sie eine Muggelgeborene. Doch will ich keinen Streit stiften. Wer weiß, vielleicht kann ich eines Tages auf friedliche Weise die anderen davon überzeugen, dass nur die Kinder aus echten Zauberernfamilien würdig sind, in Hogwarts aufgenommen zu werden...

by an innocent sly

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